Wer eine Krebsdiagnose erhält, sieht sich nicht nur mit vielen Fragen und Ängsten konfrontiert, sondern steht auch vor einer ganzen Reihe an Untersuchungen und Therapien. Ein oft langer und herausfordernder Weg beginnt. Diesen Weg für den Patienten oder die Patientin zentral zu koordinieren und so die Therapie möglichst effektiv zu gestalten, das ist das Ziel der Onkologischen Zentren. Zertifizierte Onkologische Zentren bieten eine umfassende Versorgung, die alle Phasen der Erkrankung abdeckt – von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge.
„Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten in solchen Zentren eine höhere Genesungsrate und weniger Komplikationen aufweisen. Dies ist auf die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Anwendung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zurückzuführen“, erklärt Privatdozent Dr. Guido Bisping, Leiter des Onkologischen Zentrums am Klinikum Rheine.
Kooperation der 6 Organzentren
Zum Onkologischen Zentrum am Klinikum Rheine gehören sechs Organzentren. Das Brustkrebszentrum sowie das Gynäkologische Krebszentrum unter der Leitung von Dr. Cordula Fuhljahn, das Darmkrebszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Mike Laukötter, das Prostatakrebszentrum unter der Leitung von Dr. Christian Eggersmann, das Lungenkrebszentrum unter der Leitung von Dr. Nicolas J. Dickgreber und das Zentrum für Hämatologische Neoplasien unter der Leitung von Privatdozent Dr. Guido Bisping. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit Partnern aus den Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin, Radiologie, Nuklearmedizin und Pathologie – im Klinikum selbst, sowie mit externen Praxen und Instituten. Auch Fachkräfte aus den Bereichen Ernährungstherapie, Physiotherapie, Psychoonkologie, Schmerztherapie, Seelsorge und Sozialdienst unterstützen die Patientinnen und Patienten im Onkologischen Zentrum je nach Bedarf. In regelmäßigen Tumorkonferenzen werden fachbereichsübergreifend die aktuellen Krebsfälle besprochen.
Voraussetzungen für die Zertifizierung
Am 8. und 9. Juli 2025 wurde das Onkologische Zentrum am Klinikum Rheine im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft durch die unabhängige Zertifizierungsstelle OnkoZert auditiert, und erhielt nun das Zertifikat der DKG. Für die Zertifizierung legt die DKG strenge Anforderungen fest, die regelmäßig überprüft werden.
Zum Anforderungskatalog gehören:
• Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Fachärzt:innen verschiedener Disziplinen arbeiten in Tumorkonferenzen zusammen, um individuelle Therapiepläne zu erstellen.
• Evidenzbasierte Leitlinien: Die Behandlung erfolgt nach aktuellen, wissenschaftlich fundierten Standards.
• Qualitätskontrollen: Jährliche Audits durch unabhängige Expert:innen stellen sicher, dass die festgelegten Standards eingehalten werden.
• Dokumentation und Krebsregister: Eine lückenlose Dokumentation ermöglicht die kontinuierliche Verbesserung der Versorgungsqualität.
All diese Voraussetzungen sah die Prüfung durch OnkoZert erfüllt. Besonders lobend hervorgehoben wurde die enge Kooperation mit den externen Netzwerkpartnern des Onkologischen Zentrums.
Externe Partner
Zu diesen Partnern gehören in erster Linie: das Zentrum für Strahlentherapie Rheine/Osnabrück (ZSRO), das Institut für Pathologie Pathocom (mit Standorten in Osnabrück und Rheine), die Gemeinschaftspraxis für Internistische Onkologie und Hämatologie Rheine (Dr. Innig, Dr. Berning, Dr. Berkemeier und Dr. Groth) und das MVZ am Klinikum Osnabrück. Weitere wichtige Partner sind die assoziierten Labore, das Universitätsklinikum Münster und das Niels Stensen Klinikum Franziskus Hospital Harderberg.
Das Zertifikat wurde erstmals am Klinikum Rheine vergeben, was die Qualität der onkologischen Versorgung in der Region unterstreicht. „Die Zertifizierung als Onkologisches Zentrum durch die DKG stellt einen wichtigen Qualitätsnachweis in der Krebsbehandlung dar“, sagt Dr. Bisping „Sie gewährleistet eine strukturierte, leitliniengerechte Versorgung, die auf die individuellen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten abgestimmt ist.“
Neben der neuen Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft gehört das Klinikum Rheine nach dem Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zu den Onkologischen Spitzenversorgungszentren in der Region und besitzt das Studienzentrumszertifikat der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), welches die Durchführung klinischer Studien ermöglicht.