Am 16. und 17. Januar 2026 fand in der Akademie der Mathias-Stiftung in Rheine der XXIII. International Postgraduate Course Diabetic Foot (IPCDF) statt – eine Fortbildung für Fachärztinnen und Fachärzten, die sich mit der Diagnostik und Therapie des diabetischen Fußsyndroms befasst. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung mit Referierenden aus dem In- und Ausland standen innovative Therapieansätze und die Zukunft der Versorgungsstrukturen beim diabetischen Fußsyndrom (DFS).
Interdisziplinäre Lösungen gegen Amputationen
Das diabetische Fußsyndrom bleibt eine der schwerwiegendsten Komplikationen der Diabetes-Erkrankung. Um die Amputationsraten nachhaltig zu senken, setzt der Kongress seit über zwei Jahrzehnten auf den interdisziplinären Austausch. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Priv.-Doz. Dr. Steffen Hering (Chefarzt der Klinik für Diabetologie am Klinikum Rheine) und in Kooperation mit dem Mariannen-Hospital Werl wurden aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik, Gefäßmedizin und Infektiologie diskutiert.
„Die hohe Beteiligung zeigt, wie groß der Bedarf an spezialisiertem Wissen ist“, betont PD Dr. Steffen Hering. „Unser Ziel ist es, durch die enge Vernetzung von Chirurgie, Angiologie und Diabetologie die Extremitäten unserer Patienten zu erhalten. Der Kongress bietet dafür die ideale Plattform, um von internationalen Best-Practice-Beispielen zu lernen.“
Lernen vom Niederländischen Modell und in praxisnahen Workshops
Ein Highlight der diesjährigen 23. Auflage war der Programmpunkt „Think outside the box“. Experten aus den Niederlanden stellten ihre Versorgungsstrukturen vor, insbesondere den Einsatz von Podotherapeut:innen und moderne 3D-Druck-Verfahren für die lokale Druckentlastung. Auch die Auswirkungen der aktuellen Krankenhausreform (KHVVG) auf die Versorgung chronisch kranker Patient:innen in Deutschland wurde in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion thematisiert.
Der Kongress bot zudem zahlreiche praxisorientierte Workshops in der Akademie. Die Teilnehmenden vertieften ihr Wissen unter anderem in Wundmanagement durch Biofilm, Schuhversorgung und innovativen Techniken.
Der XXIII. International Postgraduate Course Diabetic Foot unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des Standorts Rheine als zertifiziertes Diabetes-Exzellenzzentrum und führende Fortbildungsstätte in der Region Westfalen.
Über das diabetische Fußsyndrom
Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen bei Menschen mit Diabetes. Schätzungen zufolge sind etwa 10 bis 15 Prozent der Diabetiker:innen im Verlauf ihrer Erkrankung davon betroffen. Unbehandelt kann das DFS zu schweren Infektionen, chronischen Wunden und im schlimmsten Fall zu Amputationen führen. In Deutschland werden jährlich etwa 40.000 Amputationen aufgrund des diabetischen Fußsyndroms vorgenommen. Eine frühzeitige Diagnose und eine adäquate Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten und lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden. Durch spezialisierte Zentren, wie beispielsweise im Klinikum Rheine, konnte in den letzten Jahren die Amputationsrate deutlich gesenkt werden.