Übersicht

„Wir respektieren die Lebensgewohnheiten der Bewohner, wir nehmen sie ernst, sehen sie als Partner, denen wir Aktivität zutrauen und auch zumuten dürfen.“

Die Arbeit in unseren Altenhilfeeinrichtungen ist darauf ausgerichtet, die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der bei uns lebenden Menschen zu stärken und zu verwirklichen.

Wir legen Wert darauf, die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse der alten Menschen, ihre Lebensumstände und Gewohnheiten so weit wie möglich in die Pflege und Betreuung zu integrieren. Ein umfangreiches Betreuungsprogramm mit einem festen Anteil an religiösen Angeboten bietet Geselligkeit und Abwechslung und prägt die Atmosphäre in den Einrichtungen.

Unsere Schwerpunkte

Mäeutisches Pflege- und Betreuungskonzept

In 2009 haben wir mit der Einführung und Umsetzung des von Cora van der Kooij entwickelten mäeutischen Pflege- und Betreuungskonzept begonnen.

Die mäeutische Methodik motiviert alle an der Pflege und Betreuung beteiligten Mitarbeiter, sich bewusst mit ihren Wahrnehmungen und Erfahrungen im Umgang mit den Bewohnern auseinanderzusetzen und diese auch zu kommunizieren. Dabei setzt das Konzept weniger auf die Darstellung von Problemen und Defiziten, sondern vielmehr auf positive Kontaktmomente. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter in der Lage, sich mit Hilfe ihrer Erfahrung und der mäeutischen Instrumente in die Lebenswelt der Bewohner einzufühlen, ihre wesentlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und sie in die individuelle Pflege und Betreuung einzubeziehen.

Kerninstrument der Mäeutik ist die Bewohnerbesprechung. Hier werden alle Beobachtungen, die zuvor auf einem Beobachtungsbogen zusammengetragen wurden,  besprochen und anschließend von der Bezugspflegekraft zur so genannten Charakteristik zusammengeführt. Aus dieser leiten sich Umgangsempfehlungen ab, die wiederum Eingang in die Pflegeplanung finden. Bewohnerbesprechungen finden wöchentlich statt. Die Wohnbereichsleitungen legen im Vorfeld fest, welche Bewohner besprochen werden und übernehmen die Gesprächsleitung. Jeder Mitarbeiter nimmt pro Monat an mindestens einer Bewohnerbesprechung teil. Aufenthaltes weitergeführt.

Angehörigenarbeit findet auch in der Mäeutik einen wichtigen Platz. Auf Wunsch werden Angehörigen zu der Bewohnerbesprechung mit eingeladen.

In der Bewohnerbesprechung werden das Erscheinungsbild, das Verhalten auf dem Wohnbereich, bei dementen Bewohnern/innen die Phase des Erlebens erfasst. Die Lebensgeschichte wird besprochen,  wir unterhalten uns darüber  wie der Bewohner seine heutige Situation im Altenheim erlebt und  welche  seelischen Bedürfnisse er hat. Gemeinsam wird die  Alltagsgestaltung/ Beschäftigung festgelegt  und zum Ende erfassen wir die die positiven Kontaktmomente, die wir mit ihm erlebt haben. 

Mit Hilfe der Charakteristik wird die Wahrnehmung der Mitarbeiter strukturiert erfasst, und gemeinsam eine individuelle Umgangsempfehlung schriftlich  formuliert, die für alle Mitarbeiter bindend ist.

Zum mäeutischen Modell gehört auch eine intensive  Beziehungs- bzw. Bezugspflege.

Die Beziehungs- Bezugsperson ist eine von der Wohnbereichsleitung bei der Aufnahme eines neuen Bewohners namentlich benannte Pflegefachkraft, die für den zugewiesenen Bewohner und deren Angehörige oder ggfs. deren Betreuer als Ansprechpartner fungiert und sie während ihres gesamten Aufenthaltes- beginnend am Einzugtag und besonders intensiv in der Eingewöhnungsphase- begleitet, in dem sie eine Vertrauensbasis herstellt und den Pflegeprozesse plant, lenkt und überwacht.

Integrative Betreuung und Tagesbetreuung dementer Menschen

Die Bewohner können mit der Gewissheit einziehen, dass sie unabhängig von gesundheitlichen Veränderungen oder einer fortschreitenden dementiellen Erkrankung in ihrem Zimmer wohnen bleiben und hier ihren Lebensabend verbringen werden. Dieses geschieht vor dem Hintergrund und aus der Erfahrung, dass Kontinuität Sicherheit vermittelt und jede Form von Veränderung, räumlicher oder personeller Art, für einen alten Menschen sehr belastend sein kann.

Für Bewohner mit Demenz, die eine besondere Form der Betreuung bedürfen, haben wir die  OASE geschaffen. Die Oase ist ein besonderer  Raum, in dem demente Bewohner in einer beschützten Umgebung stundenweise in einer kleinen Gruppe intensiv betreut werden. Die Menschen mit  Demenz verbringen diese Stunden in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre und einer bekannten Umgebung. Eine Betreuungskraft ist immer anwesend. Die Mahlzeiten nehmen die Teilnehmer gemeinsam ein und die angebotenen Aktivitäten orientieren sich an den Wünschen, Vorlieben und Leistungsmöglichkeiten der zu Betreuenden.

Unsere Mitarbeiter informieren die Bewohner und deren Angehörige über das bestehende Beschäftigungsangebot und motivieren sie zur Teilnahme. Alle Mitarbeiter sind sich der Bedeutung einer sinnvollen Beschäftigung und Freizeitgestaltung für die Bewohner bewusst und schaffen im Tagesablauf Raum für entsprechende Aktivitäten. Dabei wird grundsätzlich berücksichtigt, dass jeder Bewohner die Freiheit hat sich, sofern dieses seinen Vorstellungen entspricht, für das Nichtstun zu entscheiden.

Bei der Organisation und Durchführung der verschiedenen Freizeitangebote werden unsere Mitarbeiter in der Pflege und im sozialübergreifenden Dienst von einem festen Stamm ehrenamtlicher Helfer unterstützt. Selbstverständlich werden im Rahmen der Beschäftigung verschiedene Getränke angeboten.

Allgemeines Beschäftigungsangebot

Unsere Beschäftigungsangebote sind so vielfältig, dass die Interessen aller Bewohner, unabhängig davon, ob der Bewohner an Demenz erkrankt ist oder nicht, berücksichtigt werden.

Insbesondere sollen die Angebote

  • die Interessen und Fähigkeiten unserer Bewohner unterstützen
  • den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden
  • die Wünsche und Vorlieben der Bewohner mit einbeziehen
  • dementen Bewohnern Struktur und Sicherheit geben
  • das Zusammenleben in der Gemeinschaft fördern
  • Anlaufpunkt sein
  • Spaß bringen
  • Abwechslung im Tagesablauf bieten.

Einbindung in die Öffentlichkeit und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Unser Ziel ist die selbstverständliche Integration unserer Einrichtung und der in ihr lebenden und arbeitenden Menschen in das gesellschaftliche, politische sowie kirchliche Leben des Ortes. Wir unterhalten Kontakte zu verschiedensten ortsansässigen Einrichtungen. Hierzu gehören u.a. die beiden Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten sowie Vereine. Besucher heißen wir jederzeit willkommen.

Besonders freuen wir und über eine Vielzahl ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die uns regelmäßig bei unserer Tätigkeit unterstützen.

Ehrenamt

Ehrenamt ist nicht nur unbezahlte Arbeit sondern auch individuelles Wachstum durch soziales Engagement. Bewusstes soziales Engagement bedeutet, dass beide Seiten daran wachsen. Der resultierende Gewinn an Menschlichkeit ist für uns im Altenheim besonders wichtig. Ehrenamtliche Dienste sind fester Bestandteil unseres Angebotes. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die hauptamtlichen Mitarbeiter und tragen zur Atmosphäre der Mitmenschlichkeit bei. Dafür sind wir sehr dankbar.

Die Spannbreite der Möglichkeiten ehrenamtlich zu arbeiten ist bei uns vielfältig. Verschiedene Bereiche und Gruppen, z.B. Männerrunde, Prüttkaffee, Hospizgruppe, Betreuung dementer Menschen, Spaziergänge und Begleitung zu den Gottesdiensten sowie  Einzelbetreuungen  werden bei uns angeboten. Haben Sie keine Angst den Schritt ins Altenheim zu machen, wir beleiten Sie bei Ihrer Arbeit durch regelmäßige Treffen, zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch, und bieten auch Fortbildungen an. Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, wenden Sie sich bitte an unsere Eirrichtungsleitungen.

Ausbildung

Die Mathias-Stiftung bietet 14 Ausbildungsplätze pro Jahr für die theoretische und praktische Ausbildung in der Altenpflege an. Selbstverständlich können Sie auch ein Praktikum (Schulpraktikum), ein freiwilliges soziales Jahr oder den Bundesfreiwillligendienst bei uns machen

Palliative Versorgung / Hospizversorgung

Unter Palliativversorgung versteht man die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. Der Anspruch auf Leistungen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (eine Leistung der Krankenkasse) steht auch Bewohnerinnen und Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen zu.

Damit wird dem Wunsch schwerstkranker Menschen entsprochen, in der eigenen, bekannten Umgebung in Würde zu sterben. Besonders ausgebildete Ärzte kümmern sich mit den Pflegekräften vor Ort um die Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung, dass hierdurch ihre Lebenserwartung begrenzt ist und sie eine besonders aufwändige Versorgung benötigen.

Sprechen Sie mit uns, damit wir Ihre individuellen Wünsche und Vorstellungen kennenlernen und berücksichtigen können.

Zur Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörgin stehen ausgebildete Hospizhelferinnen und -helfer zur Verfügung, die so lange für eine Begleitung zur Verfügung stehen, wie die Betroffenen / Angehörigen es wünschen.

Qualitätsmanagement

  • „Qualität ist kein Zufall; sie ist immer das Ergebnis angestrengten Denkens.“
    John Ruskin (1819-1900), engl. Schriftsteller, Kunstkritiker u. Sozialphilosoph

Das Qualitätsmanagementsystem unserer Altenhilfeeinrichtungen ist seit 2006 nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Die Anforderungen der freiwilligen Zertifizierungsprüfung gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hinaus und deren Erfüllung belegt, dass nach dem „angestrengten Denken“ geplante und kontrollierte Arbeitsabläufe die bestmögliche Versorgung und Betreuung der Bewohner sicherstellen. Regelmäßig werden die geplanten Abläufe auf ihre Wirksamkeit geprüft und weiterentwickelt.

Zur Weiterentwicklung der Qualität dient auch die Teilnahme unserer Einrichtungen am Projekt EQMS.

Die im Rahmen des internen Qualitätsmanagementsystems kontinuierlich erfassten Daten bilden die tatsächliche Lebens- und Ergebnisqualität der pflegebedürftigen Menschen ab, wohin gegen die sogenannten Pflegenoten aus verschiedenen Gründen eher die Qualität der Dokumentation wieder spiegelt.

 

Wir Plus Ich